Über Alfred Alder
Die Individualpsychologie nach Alfred Adler sieht den Menschen als soziales Wesen, das nach Zugehörigkeit und Sinn strebt. Sie betont Gleichwertigkeit, Gemeinschaftsgefühl und eine ganzheitliche Sicht auf die Lebensgeschichte.
Nach Adlers Tod 1937 und der Verfolgung seiner Schüler durch die Nationalsozialisten kam die Bewegung fast zum Erliegen.
Ihr Institut für Individual- psychologie im Herzen Münchens.
Das Alfred Adler Institut bietet fundierte Ausbildungen, Beratung und Therapie im Sinne der Individualpsychologie – mitten in München, staatlich anerkannt und getragen von langjähriger Erfahrung.
Alfred Adler
Unser Institut trägt den Namen Alfred Adlers, weil unser Institut aus der Tradition der Individualpsychologie kommt und bis heute von den Grundideen der Individualpsychologie geprägt ist, freilich in einer zeitgemäßen Version und in Toleranz und Offenheit zu allen Formen der Psychologie und der Psychoanalyse, die wir auch teilweise in unsere Arbeit integrieren. Mehr über die Individualpsychologie hier.
Alfred Adler wurde am 7. Februar 1870 in Rudolfsheim bei Wien geboren. Er war ein österreichischer Arzt und Psychotherapeut.
Er arbeitete zunächst als Augenarzt und eröffnete kurz darauf eine Praxis für Allgemeinmedizin in Wien, in einer Gegend, in der seine Patient*innen teilweise in ärmlichen Verhältnissen lebten. Diese Einblicke in das Leben in den unteren Bevölkerungsschichten bestärkten seine Überzeugungen, wie notwendig sozialmedizinische Beratung und Betreuung der Wiener Bevölkerung sind.
Ab 1902 nahm Adler an den Diskussionsrunden der Mittwochabendgesellschaft von Sigmund Freud teil, entwickelte jedoch schon bald eine von der Psychoanalyse abweichende, eigenständige Lehre. Er sah den Menschen nicht von Trieben bestimmt, sondern als freies Wesen, das sich mit den kulturellen und sozialen Aufgaben auseinandersetzen muss, die ihm das Leben stellt. Diese Gegensätze konnten immer weniger überbrückt werden und so kam es 1911 zum Bruch mit Freud. Nach dem Bruch mit Freud gründete Adler eine eigene Gesellschaft für freie Psychoanalyse, den späteren Verein für Individualpsychologie.
Der erste Weltkrieg bedeutete einen schweren Einbruch. Der Schock dieses grausamen Krieges brachte die Aufbruchsstimmung der Individualpsycholog*innen zum Erliegen. Adler war tief entsetzt über die menschlichen Abgründe, die der Krieg hervorbrachte, nicht ohne Folgen für seine philosophisch-psychologische Sicht des Menschen und der Welt.
Die Wiederaufnahme der Entwicklung der IP (Individualpsychologie) kann man in den 20er Jahren beobachten. Adlers Lehre hatte eine große, eigenständige Wirkung auf die Entwicklung der Psychologie und Psychotherapie im 20. Jh. Er „erfand“ und gründete mit seinen Mitarbeitern die ersten Erziehungsberatungsstellen. Er arbeitete als Direktor der ersten Klinik für Kinderpsychologie in Wien, war als Dozent tätig und begann, seine Theorie schriftlich und in vielen Vorträgen detaillierter darzustellen.
Von 1926 an besuchte Adler regelmäßig die USA, wo seine optimistische Lehre vom Menschen als sozialem Wesen außerordentliche Popularität erlangte. Anfang der 1930er Jahre war Adler einer der bekanntesten Psychologen der westlichen Welt.
Angesichts der bedrohlichen Zustände in Europa siedelte Adler 1934 in die USA über. Er hatte schon seit 1926 eine Gastprofessur an der Columbia University und seit 1932 am Long Island College inne. 1935 erschien erstmals das in englischer Sprache verfasste International Journal of Individual Psychology. Er unternahm immer noch Vortragsreisen nach Europa. Auf einer solchen Reise starb Adler am 28. Mai 1937 in Aberdeen, Schottland, im Alter von 67 Jahren an Herzversagen.
Es kommt nicht darauf an, was einer mitbringt, sondern darauf, was er daraus macht.
Alfred Adler zugeschrieben
Der Satz von Alfred Adler bedeutet: Nicht Herkunft, Begabungen oder frühe Erfahrungen bestimmen unser Leben, sondern wie wir selbst damit umgehen. Entscheidend ist also die eigene Haltung und das, was jemand aktiv aus seinen Voraussetzungen macht.
Dieser Satz scheint so gelungen, dass er seit Jahrzehnten weitergetragen wird. Tatsächlich lautet die einzige Quelle aber: „Meanings are not determined by situations, but we determine ourselves by the meanings we give to situations.” Alfred Adler, What Life Should Mean to You, S. 14 (1931). Das Zitat links ist so „gut erfunden“, dass es im Bestseller von Kishimi/Koga heisst „The important thing is not what one is born with, but what use one makes of that equipment.“ Die Rezeption hat aus Erfahrungen und Bedeutungen „Hardware“ gemacht, Gene und Ausrüstung“.
Die Individualpsychologie
Die Individualpsychologie in Deutschland wurde in den 1960ern wieder aufgebaut, nachdem die Nazis sie zerstört hatten: Flucht ihrer jüdischen Köpfe (Freud 1938, z.B. Anna Freud und Wilhelm Reich), Gleichschaltung des Berliner Instituts („Göring Institut“), „Arisierung der Psychoanalyse“, Verzweckung zur Behandlung von Soldaten etc.
Anfang der 1970er entwickelten sich dann auch förmliche Vereine wie unserer. In dieser Tradition beziehen wir uns kurz gesagt auf soziales Denken und haben auch Nazis keinen Platz bei uns.
Es kommt nicht darauf an, was einer mitbringt, sondern darauf, was er daraus macht.
Alfred Adler
Ein Zitat von Alfred Adler
Der Satz von Alfred Adler bedeutet: Nicht Herkunft, Begabungen oder frühe Erfahrungen bestimmen unser Leben, sondern wie wir selbst damit umgehen. Entscheidend ist also die eigene Haltung und das, was jemand aktiv aus seinen Voraussetzungen macht.
Dieser berühmte Satz ist vielfach kolportiert worden, er steht in Lehrbüchern und wurde vermutlich – wie vieles von Adler – von Zuhörern seiner Vorträge mitgeschrieben.