Literaturtipps zuR INDIVIDUALPSYCHOLOGIE

Die Individualpsychologie beschreibt den Menschen als soziales Wesen, das nach Zugehörigkeit und Sinn strebt. Trotz eines fast vollständigen Stillstands der Bewegung nach 1937 wird sie heute unter anderem am Alfred Adler Institut in München weitergeführt – mit staatlich anerkannten Ausbildungen, Beratung und Therapie.

Für den Einstieg eignen sich Adlers Werke „Menschenkenntnis“ und „Der Sinn des Lebens“, ergänzt durch „Neurosen“ oder „Lebensprobleme“. Einen modernen, populäreren Zugang bietet der Bestseller „Du musst nicht von allen gemocht werden“ von Kishimi / Koga.

Mehr darüber und über vertiefende Fachliteratur unten.

 

Alfred adler entdecken und verstehen

Kostenfreie digitale Ressourcen wie die Einführung von Koshrouy-Sefat, Zivit Abramsons „Freiheit der Wahl“ und das „Lichtblick“-Heft erleichtern den schnellen Zugang zur Individualpsychologie. Siehe unten.

Literaturtipps

Fangen wir mit Alfred Adler an. Es gibt etliche Bücher mit seinen Ideen, oft sind es allerdings Mitschriften seiner Anhämger und Schüler und sein Werk selbst ist „lebendig“ insofern, dass er die Begriffe im Laufe der Zeit ändert.

Man kann gut einsteigen mit „Menschenkenntnis“ (1927), „Der Sinn des Lebens“ (1933), oft günstig antiquarisch zu kaufen oder direkt bei fischer tb , wo es auch die Bücher „Neurosen„, „Lebensprobleme“ und „Lebenskenntnis“ gibt.

Zum Einstieg auch ein populärer Welt-Bestseller „Du musst nicht von allen gemocht werden“ von Fumitake Koga und Ichiro Kishimi, hier bei rowohlt. Ichiro Kishimi, geboren 1956, ist Philosoph in Kyoto und Vorsitzender der japanischen Alfred Adler-Gesellschaft.

Empfehlenswerter Fachbücher

  • Rudolf Dreikurs, Grundbegriffe der Individualpsychologie, bei klett-Cotta. Dreikurs ist 1897 geboren und Psychiater in der Tradition der von Alfred Adler begründeten Individualpsychologie
  • Ansbacher, Heinz L. und Rowena R., Alfred Adlers Individualpsychologie, beim Ernst Reinhardt Verlag.
  • Hans-Joachim Hannich, Individualpsychologie-nach-Alfred Adler, bei Kohlhammer.
  • Thomas Kornbichler, Die Individualpsychologie nach Alfred Adler: Eine praktische Orientierungshilfe, Kreuz Verlag (bei Amazon)
  • Brunner, Reinhard / Titze, Michael, Wörterbuch der Individualpsychologie, Ernst Reinhardt Verlag


Die „Alfred Adler Studienausgabe“ bei Vandenhoek & Ruprecht in sieben Bänden enthält die wichtigsten deutschsprachigen Werke Adlers. Sie ist sowohl thematisch wie historisch gegliedert und dokumentiert Adlers Theorieentwicklung in den verschiedenen Feldern. In den Einleitungen und Fußnoten werden die Bezüge zum zeitgenössischen Umfeld aufgezeigt und Hinweise auf die Weiterentwicklung der Ideen Adlers gegeben. Die einzelnen Bände werden von namhaften Autoren der Individualpsychologie herausgegeben.

Links zu digitalen Dokumenten

  • Koshrouy-Sefat, Individualpsychologie Alfred Adlers (Eine Einführung), AAI Mainz
  • Zivit Abramson, Freiheit der Wahl, Adler Insitut Isreal (PDF)
  • Lichtblick Heft „Alfred Adler“, VPIP

Jeder erfolgreiche Mensch beschäftigt sich mit den Interessen der anderen, der erfolglose und gewöhnliche vorwiegend mit den eigenen.

Alfred Adler

Adlers Satz wirkt schlicht, doch im Kern steckt seine ganze Sozialphilosophie: Erfolg ist für ihn kein individueller Höhenflug, sondern das Ergebnis eines echten Bezugs zur Gemeinschaft. Wer sich für die Interessen anderer interessiert, erweitert den eigenen Horizont, entwickelt Empathie und findet sinnvolle Aufgaben – all das stärkt das sogenannte Gemeinschaftsgefühl, das Adler als Fundament psychischer Gesundheit verstand.

Der „erfolglose und gewöhnliche“ Mensch ist in diesem Denken kein moralisches Urteil, sondern eine Beschreibung eines Entwicklungszustands: Wer nur um die eigenen Bedürfnisse kreist, bleibt in einer engen Innenwelt gefangen und kann weder Kooperation noch Kreativität voll entfalten. Erfolg entsteht daher nicht durch Selbstbezogenheit, sondern durch einen Beitrag, der über die eigene Person hinausreicht.

Das Zitat lässt sich modern lesen wie eine frühe Kritik am Ego-Optimierungsdenken. Adler erinnert daran, dass der Mensch sozial eingebettet ist und dass echte Wirksamkeit dort entsteht, wo die eigenen Ziele mit dem Wohl anderer verbunden sind.